Bootsmarkt


"Restaurationsprojekt Chiemsee Schratz"

Rennjolle aus den Nachkriegsjahren
Klassentyp: Revier Einheitsklasse am Chiemsee
Baujahr: vermutlich 1949-1950
Konstrukteur: Lorenz Huber, Harras Werft, ca. 1947 - 48
Werft: vermutlich Stippel Werft, Chiemsee
Länge üA: 6,0m
CWL: 5,2m
Breite: 1,67m
T o. Schwert: 0,15m
T m. Schwert: 1,1m
Segelfläche: ca. 13qm
Segelnummer: 51
Gewicht: ca. 250kg
Baumaterial: Khaya (afrik. Mahagoni) auf Eiche, 
Boden: nahezu platter Boden aus Nadelholz, Kiefer/Tanne 
Decksbalken: Lärche Lamellen formverleimt

Schwertkasten, Gabelpinne und Wellenbrecher original in Teilen
Holzmast und Baum original restaurierungsbedürftig

Bootstyp
Der Schratz wurde in den mageren Nachkriegsjahren am Chiemsee als Alternative zu den teuren Konstruktionsklassen,
speziell der 20er Rennjolle entwickelt. Zahlreiche Formelemente weisen auf diese Jolle hin. Die Baukosten
konnten durch Serienbau mit Flachboden und einheitlichen Baumaße, reduzierter Größe und einfacher Ausstattung
niedrig gehalten werden. Anfangs noch geklinkert, wurden die Seiten ab etwa 1950 karweel geplankt. 
Das hier angebotene Boot ist eines der ersten so gebauten Exemplare und vielleicht der älteste noch erhaltene Schratz.

Verbreitung
Die Schratz-Jolle blieb ein sehr süddeutsches Boot und war in den 50er Jahren speziell am Chiemsee sehr beliebt. 
Regattafelder von über 50 Booten waren nicht selten. Die Boote waren nahezu identisch und ermöglichten gleichberechtigtes 
Regattieren ohne Rücksicht auf Stand und Geldbeutel. Auch heute wird am Chiemsee das Ideal der Einheitsjolle von den 
Schratzseglern sehr hoch gehalten.

Eigenschaften
Das Boot ist recht sensibel und weist aufgrund des Knickspantes eine geringe Anfangs- aber hohe Endstabilität auf.
Alte Schratzsegler preisen die hervorragenden Starkwindeigenschaften.

Zustand vor der Restaurierung
Das Boot hat an mehreren Stellen substanzielle Schäden durch stehendes Wasser bei der Lagerung erlitten. Der
flache Weichholzboden sich im Laufe der Zeit so ausgedehnt, dass beiderseits der genietete Verband zwischen den
typischen Hauptspanten und den jeweils untersten Bordwandplanken aufgedrückt wurde. Dadurch hat der Rumpf
sich in der Breite verformt und breite Fugen zwischen den drei einzelnen Planken des Bodens sind entstanden. Die
Weichholz Stringer unter den Decksplanken sind durch eindringende Feuchtigkeit morsch geworden und teilweise
gebrochen.

Maßnahmen der bisherigen Restaurierung
Nach dem Abziehen aller Lackreste, Wässern und Begutachten des Quellvermögens des Rumpfes haben wir entschieden, 
den zu breit gewordenen und von großen Faulstellen durchsetzten Boden komplett durch neue Lärchenplanken zu ersetzen. 
In dem Zuge wurden auch alle, an Ihrer Unterseite morsch gewordene Eichenwrangen und Hauptspanten ersetzt. 
Das genagelte Deck wurde behutsam entfernt und gelagert. Alle schadhaften (in Form gesägten) Decksbalken wurden
durch neue, aus Lärchenleisten formverleimte, Balken ersetzt. Das alte Deck sollte auf einer stabilisierenden Lage aus
4mm Bootsbausperrholz neu verlegt werden. Die Vorarbeiten dafür sind begonnen. Materail für den neuen Boden bzw. die Bodenreparatur ist vorhanden 
und kann übernommen werden.

Aufgabe des Projektes
Nach über einem Jahr des totalen Stillstandes wegen familiärem Nachwuchs (das Boot steht trocken in einer Werfthalle) sind wir zu 
der Erkenntnis gekommen, dass für uns in den nächsten Jahren ein solches Projekt nicht zu bewältigen ist. Dazu sind die Kinder zu klein und die Wochenenden zu selten und zu kurz. 

Wir hoffen einen oder mehrere Enthusiasten zu finden, die Rumpf, Riggteile, Helling und Material übernehmen und die nötigen weiteren Arbeiten ausführen, 
um dieses bemerkenswerte elegante Boot wieder seinem Element zuzuführen. Wir geben Sie für einen symbolischen Preis ab, über den man sich sicher einigen wird.
Der dargestellte Trailer gehört nicht zum Angebot.

Sie können mich für weitere Fragen gerne immer anrufen:

C. Gauert
carstengauert@gmx.de
017621517038

Bei Interesse schicke ich gerne weitere Bilder zu.




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